Was willst Du wirklich?
Was bringt Funkeln in Deine Augen?

Das sind die Fragen, deren Antworten uns den Weg zu uns selbst weisen. Die die Kraft haben, uns mehr oder weniger sanft anzustupsen und uns neu über unsere eingeschlagene Route nachdenken zu lassen.

Wichtig. Denn immer geht es um Lebenszeit und darum, wie wir diese verbringen, mit welchen Erlebnissen wir sie füllen wollen.

Eine riesige Anzahl von Arbeitnehmern fühlt sich fremdbestimmt und verharrt in einem ungeliebten Job. Das wissen wir nicht erst seit Veröffentlichung der neuesten Gallup-Studie im März dieses Jahres. Dass es aber 15% sind, die innerlich bereits gekündigt haben und über 70%, die nach eigenen Angaben Dienst nach Vorschrift machen, überrascht doch. Und es schmerzt. Wie furchtbar muss es sein, jeden Morgen zu einer ungeliebten Arbeit aufzubrechen, die Stunden bis zum Feierabend zu zählen, am Montag auf den Freitag zu warten und nach dem Sommerurlaub die Weihnachtsfeiertage herbeizusehnen … Interessant dabei: Es ist gar nicht die Arbeit an sich, unter der die Befragten leiden, sondern vor allem das Fehlen von Selbstbestimmtheit, unnötige Regeln und die fehlende Wertschätzung von Seiten ihrer Vorgesetzten.

 

Kann Arbeit auch anders gehen?

Anja Förster und Peter Kreuz bezeichnen sich selbst als Business-Querdenker. Außerdem verdienen sie ihr Geld mit genialen Vorträgen und als Buchautoren. Alles außer gewöhnlich wurde 2007 als Wirtschaftsbuch des Jahres ausgezeichnet. Ihren Blog und ihren Newsletter lese ich mit großem Vergnügen.

Macht was ihr liebt. 66 1/2 Anstiftungen das zu tun, was im Leben wirklich zählt ist das erste Buch, das ich von den beiden gelesen habe. Und ich habe es durchweg genossen!

Förster und Kreuz wollen dazu anstiften, Unstimmiges, Störendes, Zwickendes, Lähmendes im (Arbeits-)Leben zu verändern. Natürlich geht es darum, Selbstverantwortung zu übernehmen. Ohne die wird nichts gelingen. Und ohne die neigt man allzuleicht dazu, die Unzufriedenheit über das eigene Leben anderen in die Schuhe zu schieben. Was zwar bequem sein mag, aber nicht dazu taugt, Dinge zu verändern.

Der typische Förster-Kreuz-Apell findet sich auf der Buchrückseite:
„Sucht die Chance, nicht die Hindernisse! Brecht die Regeln! Gebt mehr, als ihr nehmt! Macht, was ihr liebt! Lasst alles andere sein!“

Wie man das hinkriegen könnte, beschreiben die beiden in sehr unterhaltsam geschriebenen Minikapiteln, die diesen Bereichen zugeordnet sind:

  • Seid außergewöhnlich
  • Seid leidenschaftlich
  • Seid unbequem
  • Seid anspruchsvoll
  • Seid wertvoll

 

Ist das neu? Nein. Ist auch nicht nötig. Oft ist es doch gerade eine Erinnerung, ein gentle reminder oder der o.g. Schubs, der nötig ist, um manch eintönigen, gewöhnlichen Tag zu etwas Besonderem zu machen.

Das Buch kann in einem Rutsch gelesen oder häppchenweise genossen werden. Egal wo man es aufschlägt, man kann sicher sein, auf einen interessanten Gedanken oder einen überdenkenswerten „Anstupser“ zu stoßen.

 

Meine Lieblingsanstiftung: Weniger konsumieren, mehr erschaffen.
Im Kapitel Konsumieren oder kreieren? findet sich folgender Absatz: „Wir haben viel gelernt und ausgiebig Informationen getankt. Aber irgendwann sind wir draufgekommen, dass hinter dieser löblichen Wissbegier noch ein anderes Motiv steckt. Und das hat uns gar nicht gefallen! Es war nämlich eine Form von Konsum. Und dieser zeitintensive Informationskonsum hat einen Preis: Er hält uns davon ab, selbst Neues zu schaffen.“

Ha, ich muss zugeben, da fühlte ich mich ertappt. Hier habe ich bereits darüber geschrieben, wie ich es angestellt habe, vom Träumen und Planen wirklich ins Tun zu kommen. Denn, so Förster und Kreuz, „Der einzige Weg, in einer Sache richtig gut zu werden, besteht darin, SELBST etwas zu tun.“

Macht was Ihr liebt war genau die richtige Lektüre für unsere USA-Reise in diesem Sommer. Die einzelnen Anstiftungen (nie mehr als zweieinhalb Seiten) passten perfekt zu meiner eher kurzen Aufmerksamkeitsspanne für alles Reisefremde.

 


 

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