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Wie du gesunde Businessziele setzt

Wie du gesunde Businessziele setzt - Delicious Design
Sich selbständig zu machen ist meiner Meinung nach eine der einschneidendsten Entscheidungen im Leben. Denn so eine Festanstellung kann ja eigentlich auch ganz gemütlich sein und auf angenehme Weise den soliden Rahmen für ein gut gelebtes Leben in relativer Sicherheit und Überschaubarkeit liefern. Natürlich bedeutet eine Anstellung nicht automatisch Sicherheit und „fest“ ist so ein Arbeitsplatz oft auch nur bedingt. Dennoch kann man den Schritt in die Selbständigkeit mit einem Sprung aus ungewisser Höhe in bis dato nahezu unbekanntes Gebiet vergleichen. Oft ganz ohne Netz.

Wenn der Sprung gelingt: super! Dann gestaltest du für dich ein Leben, das du im besten Sinne selbstbestimmt führst.

Aber auch im Falle eines misslungenen Sprungs oder gar einer Bruchlandung, wirst du einen Gewinn erzielen. Ich behaupte mal, dass du wichtige Erfahrungen gemacht und ein paar elementare Lebenslektionen gelernt haben wirst.

Natürlich gibt es nicht nur den perfekten Sprung oder die schmerzhafte Bruchlandung. Dazwischen liegt eine Vielzahl an Möglichkeiten, dein Business zu gestalten, zu entwickeln und letztendlich in sehr viele unterschiedliche Richtungen zu führen.

Kannst du dich dabei auf eine tragende Vision stützen und bist dir über den Sinn deines Tuns klar und sicher, hast du auf deiner Reise auf jeden Fall schon mal einen riesigen Vorteil. Beides dient dir als Wegweiser und als verlässliche Entscheidungshilfe.

Damit du auf deinem unternehmerischen Weg gesund und von zermürbender Überforderung und allzugroßen Enttäuschungen verschont bleibst, ist es notwendig, deine Businessziele immer wieder zu überprüfen, deine Kompassnadel im Auge zu behalten und ab und zu notwendige Kurskorrekturen vorzunehmen.

Wie du dein Business gesund (weiter)entwickelst

Weil es mich selbst vor ein paar Jahren recht heftig aus der Kurve getragen hat, ist die Auseinandersetzung mit diesem Thema ein wichtiges Fundament meiner Selbständigkeit: Wie halte ich mein Business gesund auf Kurs?

Was meine ich mit gesund? Was sind gesunde Businessziele?

Ich selbst trenne gar nicht so akribisch zwischen Arbeit und Freizeit, nenne alles zusammen „Das gute Leben“, mein „Gesamtkunstwerk“. Ich liebe, was ich tue. Ich weiß, warum ich es tue und ich würde tatsächlich ziemlich genau das Gleiche machen, wenn ich über Nacht zur Millionärin würde und nicht mehr zu arbeiten bräuchte (eine für mich ganz schreckliche Vorstellung übrigens. Also natürlich nicht die Million an sich …).

Mit gesunden Business-Zielen meine ich die Entwicklung meines Unternehmens auf eine Art und Weise, die es mir ermöglicht, „neben“ meiner Arbeit auch meine anderen Träume und Leidenschaften zu leben. Außerdem ausreichend Zeit für mich allein und für meine liebsten Menschen zu haben.

Und so habe ich also dieses „Gesamtkunstwerk“ immer im Blick. Ich liebe es, mein Business (weiter-) zu entwickeln, Pläne zu schmieden, neue Ideen zu spinnen und natürlich auch umzusetzen. Das ist es, was mich ausmacht, was mich mich lebendig fühlen lässt. Und natürlich sind es die von mir angepeilten Ziele, die Delicious Design, und damit auch mich selbst, nach vorne bringen.

Visionen und Ziele sind etwas ganz Elementares, Lebensnotwendiges für mich. Sie erweitern die Komfortzone und beinhalten immer spannende Lernprozesse.

Stimmt die Richtung noch? Delicious Design

Bei den Überlegungen zu diesem Artikel habe ich gemerkt, dass ich dabei irgendwie immer nach dem gleichen Schema vorgehe: Ich stelle mir 4 Fragen, die mir jedes Mal zu mehr Klarheit und Sicherheit verhelfen. Und das setzt jedesmal enorme Handlungsenergie frei.

4 Fragen, die dir helfen, gesunde Businessziele zu setzen

1. Wie willst du dich fühlen?

Diese Frage habe ich von der großartigen Danielle LaPorte geklaut! Ihr Buch The Fire Starter Sessions war vor vier Jahren ein absoluter Gamechanger für mich. Die Desire Map las ich ein paar Monate später. Danielles grundlegende Annahme, dass hinter jeder Sehnsucht ein (angeborenes) Gefühl steht, ist so poetisch wie wahr. Für mich stimmig und immer klärend.

Knowing how you actually want to feel is the most potent form of clarity that you can have. Generating those feelings is the most powerfully creative thing you can do with your life. (Danielle Laporte)

Frag’ dich also mal in einer ruhigen Stunde, wie du dich in und mit deinem Business fühlen möchtest. Was ist der erste Begriff, der dir in den Sinn kommt? Und was fällt dir ein, wenn du länger darüber nachdenkst? Welche Worte beschreiben, was du fühlen willst, wenn du dich z. B. morgens an deinen Schreibtisch setzt?

Schreib’ sie auf. Sie sind ein sehr guter Wegweiser für deine Entscheidungen. Für alle deine Businessziele.

2. Wie viel Umsatz willst du machen?

Hier braucht es nicht viele Worte. Du bist Unternehmerin. Also solltest du deine Zahlen kennen. Ausgaben und Einnahmen.

Schreib dir auf, wieviel du du zum Leben brauchst. Falls dir hier der Überblick fehlt, empfehle ich dir den kostenlosen Online Kalkulator von Cordula Nussbaum. Das Ergebnis ist das (Minimal-) Ziel für deine Einnahmen.

Im nächsten Schritt kannst du diese Zahl herunterbrechen und ausrechnen, wieviele Kunden, Klienten, Verkäufe, Downloads, etc. du monatlich benötigst, um dieses Einkommen zu generieren.

Businessziele definieren Delicious Design

3. Wie viele Stunden willst du arbeiten?

Oh, diese Frage hat es in sich! Zum einen ergibt sich deine Arbeitszeit natürlich ganz schlicht und ergreifend aus den Zahlen der Frage 2. Auf der anderen Seite befindet sich hier aber auch genau der Stolperstein, an dem viele Selbstständige vom Kurs abkommen. Selbstausbeutung, oft bis an die Grenze zur Erschöpfung, ist eine große Gefahr für Solounternehmer. Die so gängige wie bescheuerte Beschreibung der selbstständigen Arbeit als „selbst und ständig“ ist dabei nicht nur kontraproduktiv sondern auch richtig gefährlich. Sehr schnell gerät man mit dieser Einstellung nämlich tatsächlich in das oft beschriebene Hamsterrad. Gelingt es nicht, daraus auszusteigen, droht ein echter Teufelskreis, dessen Folgen nicht selten schwerwiegende gesundheitliche Probleme sind.

Selbstausbeutung und Überforderung ist alles andere als professionell und das Gegenteil von gutem Unternehmertum. (Martina Rehberg)

Setze dir ganz bewusst ein realistisches Ziel: Wieviele Stunden pro Woche willst du arbeiten? Rechne dabei Zeit für Unvorhergesehenes mit ein. Wenn du das nicht klar hast, „planen“ nämlich andere für dich.

Natürlich wird es immer mal Peaks geben, Abgabe- oder Launchtermine, die die eine oder andere Nachtschicht oder Sonntagsarbeit erforderlich machen. Aber das sind dann Entscheidungen, die du bewusst triffst. Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Ich selbst befinde mich gerade in einer solchen Phase und habe mich für mein Ziel, den Launch meines Onlinekurses im Oktober bewusst und mit ganzem Herzen dafür entschieden. Der Zeitraum ist klar umrissen, meine Lieblingsmenschen sind an Bord und anderes ist derweil in der Prioritätenliste weit nach hinten gerutscht.

Als Einzelunternehmerin bist du dein Business. Du bist deine wertvollste Quelle, deine wichtigste Ressource. „Du bist der CEO“, wie es Matthias Barth in seinem lesenswerten Artikel Gefahren der Selbständigkeit so treffend formuliert.

Schreib auf, wie viele Stunden du arbeiten möchtest. Und was nötig ist, damit du das umzusetzen kannst.

4. Was willst du arbeiten? 

Diese Frage kommt dir vielleicht erstmal merkwürdig vor. Ist doch eigentlich klar, mit was du dein Geld verdienen möchtest, oder?

Aber tust du noch die Dinge, die du dir am Anfang deiner Selbständigkeit ausgemalt hast? Bei denen du mit Herzblut und Leidenschaft dabei bist? Oder rauben dir inzwischen viele andere Aufgaben innerhalb deines Business’ Zeit und Energie? Aufgaben, die dir vielleicht gar nicht liegen, die du eventuell gar nicht magst, die du aber erledigst, weil einfach niemand anderer da ist?

Oder nimmst du vielleicht immer wieder mal Aufträge an, die gar nicht deinem Kerngeschäft entsprechen? Für die du dir neue Kompetenzen aneignen musst, die dich vielleicht sogar überfordern? Verwässerst du deine Positionierung, um es möglichst vielen irgendwie recht zu machen? *

Oder arbeitest du mit Kunden, die nicht zu dir passen? Bei denen „die Chemie“ einfach nicht stimmt, die dich viel Energie kosten, weil sie eigentlich bei einem anderen Dienstleister viel besser aufgehoben wären? *

Was willst du arbeiten? Und wie? Schreib’ es auf.

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5. Wo kannst du dir Hilfe holen?

Dieser Punkt ist noch relativ neu in meinem Fragenkatalog zum Thema gesunde Businessziele. Inspiriert dazu hat mich Emily Thompson, denn ehrlich gesagt muss ich mich hier ganz fest an der eigenen Nase packen. Ich bin nämlich eine von denen, die glauben, immer alles allein machen zu müssen … Einer der großen Stolpersteine in der Selbständigkeit, übrigens! Und deshalb bin ich dabei, mich hier weiterzuentwickeln.

OK. Einen Steuerberater habe ich schon lange. In der Zeit, als ich eine Angestellte beschäftigte, hat er außerdem die Lohnbuchhaltung übernommen. Diese Aufgabe einem Profi zu überlassen leuchtete mir sofort ein und fiel mir auch nicht schwer. Ganz im Gegenteil 🙂

In diesem Jahr habe ich mir mit Michaela Steidl außerdem kompetente Unterstützung bei meinen Webdesign-Projekten geholt. Und zwar für die Aufgaben, die nach der Fertigstellung einer Website anfallen. Das war schon etwas schwieriger für mich. Denn, ich KANN WordPress auf dem Kundenserver installieren, ich KANN den Upload einer Website vornehmen, ich KANN die Kundin in ihre Seite einweisen, ich KANN Updates durchführen und die Seiten pflegen … Aber, MUSS ich das alles wirklich immer selbst erledigen, nur weil ich es KANN? Ganz ehrlich? Gerade Installation und Upload machen mir überhaupt keinen Spaß und kosten mich Zeit, die mir für meine Herzensthemen und Kernkompetenzen wie Beratung und Design, an allen Ecken und Enden fehlt! Und auch wenn viele Jahre verstrichen sind, bis ich diese Aufgabe abgegeben habe, bin ich jetzt mit der Lösung total happy.

Inzwischen bin ich außerdem ein großer Fan von Onlinekursen! Ich erarbeite mir nicht mehr alles, was mir an Kompetenzen fehlt, nächtelang allein im stillen Kämmerlein, sondern lasse es mir, didaktisch gut aufbereitet, von Experten erklären. Damit komme ich viel schneller ans Ziel und der Austausch mit meinen „Mitschülern“ in den meist angegliederten Facebookgruppen macht großen Spaß.

In diesem Jahr habe ich z.B. Marit Alkes großartigen Mein erster Onlinekurs-Onlinekurs absolviert und lerne gerade eine ganze Menge über Profitable Webinare bei Sandra Holze. Beide Kurse kann ich sehr empfehlen!

Überlege dir, in welchem Bereich dir Hilfe gut täte. Wobei könnte dich wer wie unterstützen? Vielleicht ist es tatsächlich das Outsourcen einer Aufgabe, die dich belastet oder überfordert, vielleicht ist es eine Putzhilfe für zuhause. Vielleicht bringt dich der regelmäßige Austausch mit anderen Unternehmerinnen, oder die Bildung eines Erfolgsteams, indem ihr euch gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite steht und eure Ziele überprüft, weiter.

Schreib auf, wobei du am dringendsten Hilfe brauchst und überlege dir gleich, was du tun wirst, um diese Hilfe zu bekommen.

Das sind also die vier Fragen, mit denen ich regelmäßig überprüfe, wo ich mit meinem Business stehe und ob ich noch in der Richtung unterwegs bin, die mich meinen Zielen näher bringt. Und natürlich auch, an welcher Stelle sich etwas geändert hat und wo ich dann entsprechend reagieren und den Kurs neu berechnen muss.

Jetzt bin ich neugierig: Was hilft dir, dein Business gesund auf Kurs zu halten? Schreib mir doch in den Kommentaren, wie es dir mit diesem Thema geht. Ich freue mich immer, von dir zu lesen und zu lernen!

Und ansonsten: Bleib’ einzigartig!

Delicious Design Martina Rehberg Blog

Ich bin Martina Rehberg und möchte dazu beitragen, dass es für jede Selbstständige und für jede Unternehmerin völlig selbstverständlich ist, sowohl persönlich, als auch im Business ihren ganz eigenen, authentischen Weg zu gehen, sich voll und ganz auszudrücken und sich gerne zu zeigen.

Hier auf dem Delicious Blog und im Zeig dich!-Podcast schreibe und spreche ich genau darüber und außerdem über alles, was sonst noch so zum guten Leben gehört.

Martina Rehberg
}
23. August 2016

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